Die handelsübliche Kreditkarte, etwa VISA oder Mastercard, hat ein Geschwisterchen bekommen: die Revolving Kreditkarte. Das besondere Merkmal dieses neuen Bankenprodukts: Mit der Revolving Kreditkarte wird nicht die in Anspruch genommene Leistung monatlich im Rahmen einer Kartenabrechnung per Lastschrift ausgeglichen, sondern lediglich teilweise getilgt. Zu satten Preisen, versteht sich. Die dazugehörigen Zinssätze tragen meist zweistellige Werte, bis zu happigen knapp 20 Prozent.
Im EU-Ausland bereits etabliert
Dieses Kartenmodell, ein Zwittermodell zwischen Karte und Rahmenkredit, hat sich in den USA, aber auch im europäischen Ausland bereits etabliert. Daher wird der deutsche Finanzmarkt derzeit von EU-Großbanken wie zum Beispiel der spanischen Santander Consumer Bank damit bereichert. Deutsche Banken haben die Revolving Kreditkarte inzwischen ebenfalls im Repertoire.
Seriöses Angebot oder Abzocke?
Ob die neue Karte seriöses und nützliches Angebot oder Abzocke ist – da streiten sich bislang noch die Experten. Man hat durchaus die Möglichkeit, innerhalb einer gesetzten Frist nach dem Kauf (meist etwa zwei Wochen) den in Anspruch genommenen Kredit aktiv zurückzuzahlen – zinsfrei. Erst nach Ablauf der Frist werden die horrenden Zinsen fällig. Somit hat jeder, der seine Ausgaben unter Kontrolle hält und die Revolving Kreditkarte verantwortungsvoll einzusetzen weiß, durchaus Vorteile. Bei Bedarf entscheidet man sich für ein längerfristiges Abzahlen – und bezahlt dann eben dafür zusätzlich.